Prostatakrebs – das sollten Sie wissen

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsform bei Männern in Norwegen, und die Anzahl der Erkrankungen ist in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen. Glücklicherweise hat sich auch die Überlebensrate deutlich verbessert – dank größerer Aufmerksamkeit, besserer Diagnostik und gezielterer Behandlung.

Aber was genau ist Prostatakrebs, wen betrifft er und wann sollte man einen Arzt aufsuchen? Hier ist ein Überblick über das Wichtigste, das du wissen solltest – und wie du vorgehst, wenn du Prostatakrebs vermutest.

Was ist die Prostata?

Die Prostata ist eine Drüse, die nur Männer haben und die direkt unter der Harnblase liegt. Sie ist etwa so groß wie eine Walnuss und produziert die Flüssigkeit, die ein Bestandteil des Spermas ist. Mit zunehmendem Alter kann die Prostata wachsen – ein ganz normaler und gutartiger Prozess, der als Prostatavergrößerung bezeichnet wird. Manchmal entwickeln sich jedoch Krebszellen in der Prostata, und dann spricht man von Prostatakrebs.

Wer kann Prostatakrebs bekommen?

Prostatakrebs kann Männer jeden Alters betreffen, tritt jedoch hauptsächlich bei Männern über 50 auf, und das Risiko steigt mit dem Alter. Auch die genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle: Wenn Vater oder Bruder Prostatakrebs hatten, verdoppelt sich das Risiko. Lebensstil und Ernährung können ebenfalls eine Rolle spielen – Studien deuten darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Fisch und wenig verarbeitetem Fleisch das Risiko senken kann. Außerdem solltest du beachten, dass Testosteronpräparate das Risiko erhöhen können.

Symptome, auf die du achten solltest

Im frühen Stadium verursacht Prostatakrebs in der Regel keine deutlichen Symptome. Deshalb wird er oft im Rahmen von Routineuntersuchungen oder durch einen Bluttest (PSA-Test) entdeckt.

Später können folgende Symptome auftreten:

  • Schwacher Harnstrahl oder Probleme beim Entleeren der Blase

  • Häufiges Wasserlassen, besonders nachts

  • Blut im Urin oder Sperma

  • Schmerzen im Rücken, in den Hüften oder im Becken (kann auf Metastasen hinweisen)

  • Allgemeines Unwohlsein im Unterleib

Diese Symptome bedeuten nicht automatisch Krebs, sollten aber ärztlich abgeklärt werden.

Der PSA-Test – wichtig, aber umstritten

PSA steht für prostataspezifisches Antigen, eine Substanz, die von der Prostata produziert wird. Ein hoher PSA-Wert kann auf Krebs hindeuten, aber auch durch eine gutartige Vergrößerung oder eine Entzündung verursacht werden.
Deshalb wird der PSA-Test mit Vorsicht verwendet – er kann Leben retten, aber auch zu Überdiagnosen und unnötigen Behandlungen führen.

Sprich mit deinem Hausarzt, wenn du einen PSA-Test in Betracht ziehst. Gemeinsam könnt ihr Alter, Risiko und Symptome abwägen.

Diagnose und Behandlung

Wenn der PSA-Wert erhöht ist, folgen in der Regel:

  • Klinische Untersuchung (Abtasten der Prostata)

  • MRT der Prostata

  • Gewebeproben (Biopsie) zur Bestätigung der Diagnose

Die Behandlung hängt vom Stadium, vom Alter und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab:

  • Aktive Überwachung bei niedrigem Risiko

  • Operation (Entfernung der Prostata)

  • Strahlentherapie

  • Hormontherapie oder Chemotherapie bei Metastasen

Viele Männer leben lange mit Prostatakrebs – oft ohne Symptome oder ohne aggressive Behandlung.

Was kannst du selbst tun?

Zwar gibt es keine Garantie, Prostatakrebs zu vermeiden, aber ein gesunder Lebensstil unterstützt die Prostata:

  • Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Fisch essen

  • Rotes und verarbeitetes Fleisch reduzieren

  • Körperlich aktiv bleiben

  • Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden

  • Regelmäßige Gesundheitschecks, besonders ab 50

Kurz zusammengefasst

  • Prostatakrebs ist häufig, aber viele leben lange damit

  • Symptome sind oft unklar – frühzeitige Erkennung ist entscheidend

  • Der PSA-Test kann helfen, sollte aber überlegt eingesetzt werden

  • Gesunde Ernährung und Bewegung senken das Risiko

  • Bei Problemen mit dem Wasserlassen, Blut im Urin oder Schmerzen im Unterleib zum Arzt gehen

Es ist besser, einmal zu viel zum Arzt zu gehen als einmal zu wenig.

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